Ehrenamt in der Hochschulgruppe Bayreuth

Ehrenamt Hochschulgruppe Bayreuth

Beginn einer Erfolgsgeschichte

Als ich an der Universität Bayreuth meinen Master in Molekularer Ökologie begann, merkte ich schnell, dass mir das Studium alleine zu theoretisch und zu trocken war. Ich hatte mir mehr praktische Exkursionen und Kontakt mit der Natur gewünscht, das war allerdings im Studienplan nicht vorgesehen. Auch meine Kommilitonen waren häufig wenig praxisbezogen, es fehlte an Artenkenntnis und ökologischem Verständnis. Um dem entgegenzuwirken begann ich mit meiner damaligen Partnerin viele Exkursionen in Oberfranken zu machen, die Fränkische Schweiz mit ihren Kalkmagerrasen und das Fichtelgebirge mit der Blockschutthalten boten da sehr attraktive Ziele. So verbrachte ich jede Woche damit über das ganze Jahr Exkursionenn zu machen und mich Schritt für Schritt mit verschiedenen Artengruppen auseinander zu setzen. Erst Botanik, dann Entomologie, Mykologie und schließlich landete ich bei der Lichenologie. Ich begann interessierte Studenten mit zu den Exkursionen zu nehmen, mein Wissen mit Ihnen zu teilen und gemeinsam neues zu lernen.  

Als ich dann am Lindenhof eine Studentengruppe traf, die von Oliver Hawlitschek geleitet wurde (damals ZSM München, heute Universität Zürich), freundete ich mich mit den Studenten an und besuchte diese regelmäßig in München, um nun gemeinsam Exkursionen in die Alpen zu machen. Es motivierte mich, so engagierte Mitstreiter zu treffen und entschloss mich dazu auch in Bayreuth ein kleines Programm auf die Beine zu stellen und dieses in einem Heft zusammenzuführen. Das erste Hochschulgruppenprogramm der Hochschulgruppe war geboren. Es war mir wichtig neben Exkursionen auch den Besuch von Tagungen und Sammlungen zu organisieren. Für das Soziale Miteinander plante ich regelmäßig Gitarre spielen und Bier trinken am Lindenhof ein. Der LBV und die NaJu wurde auf uns aufmerksam und im Jahr 2019 wurden wir offiziell als dritte Hochschulgruppe aufgenommen und bekamen ein eigenes Budget, mich als offiziellen Vorstand, einen Kassenwart und jede Aufmerksamkeit aus dem Verband. Das Programmheft erschien zu Beginn alle drei Monate und schlug große Wellen über Bayreuth hinaus. Die Hochschulgruppen aus Münche und Freising kamen auf mich zu, vorher hatte ich von ihrer Existenz nichts gewusst. Gemeinsam mit dem LBV-Vorstand und der NaJu-Leitung erarbeiteten wir Strategien, wie wir es schaffen konnten Studenten während und nach dem Studium für den praktischen Naturschutz zu begeistern und von ihrer Expertise zu profitieren. Immer mehr Hochschulgruppen gründeten sich in Bayern: Würzburg, Regensburg, Triesdorf, Deggendorf,  Coburg, Eichstätt-Ingolstadt und Erlangen-Nürnberg. Jede Hochschulgruppe hat ihre eigenen Schwerpunkte, ihre eigene Organisation und ihren eigenen Charm. 

Ich hätte nie geglaubt, dass dieser kleine Stein, den ich damals ins Rollen gebracht habe so eine Lawine ins Rollen bringt. Gemeinsam mit dem LBV und der NaJu haben wir es geschafft den Verband zu verjüngen, alte Strukturen aufzubrechen, neue zu schaffen und jungen Menschen Hoffnung und Möglichkeiten an die Hand zu geben. Nach wie vor bin ich ehrenamtlich auf den Vernetzungstreffen als Referent tätig, berate zur Berufswahl, teile meine Erfahrung und vermittele Artenkenntnis. Hochschulgruppen sind kein Selbstläufer, es bedarf einer engmaschigen, persönlichen Betreuung und Unterstützung. Doch sie sind die Grundlage für zukünftige Naturschutzarbeit und viele der Studenten arbeiten nun in Behörden und Verbänden, wo sie von ihren Erfahrungen aus dieser Zeit profitieren und den Naturschutz voranbringen. Ich muss gestehen, dass von allem, was ich in meinem Leben bis jetzt gemacht habe, die ehrenamtliche Arbeit für und mit den Hochschulgruppen als den größten Gewinn betrachte. Umso mehr habe ich mich über die Anerkennung gefreut, die mir der LBV in Form des LBV-Nachwachs-Engagement-Preises 2021 verlieh.

Jahre Leitung

6

Programmhefte

100

Veranstaltungen geplant

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