Flechten als Bioindikatoren
Flechten - Erfolgreiche Symbiosen
Flechten sind eine sehr erfolgreiche Symbiose aus Pilzen und Algen
Symbiosen
Flechten sind Symbiosen, die von einem Mycobionten (meistens Schlauchpilze) und einem Photobionten (meistens Grünalgen) gebildet werden. Der Pilz schützt die Alge vor Umwelteinflüssen wie Strahlung, im Gegenzug versorgt die Alge den Pilz mit Glucose und in manchen Fällen Stickstoff.
Luft und Liebe
Flechten besitzen im Gegensatz zu höheren Pflanzen keine Wachsschicht, die sie vor Austrocknung schützt. Dadurch können Sie Wasser, CO2 und Nährstoffe direkt aus der Luft aufnehmen. Wenn die Flechten austrocknen, stellen sie ihre physiologische Aktivität und können diese bei ausreichender Luftfeuchtigkeit einfach wieder aufnehmen.

Bioindikatoren
Da Flechten sich nicht von der Umwelt abschirmen können, reagieren sie sehr empfindlich auf Verschmutzungen. Der Eintrag von saurem Regen aus Kohlekraftanlagen und reaktiven Stickstoff aus der Landwirtschaft und dem Verkehr haben in den letzten Jahrzehnten viele Arten zurückgehen oder aussterben lassen. Die Flechten nehmen Schwermetalle und reaktiven Stickstoff wie ein Schwamm auf, sodass sie sich sehr gut eignen um Schadstoffeinträge vor Ort zu bestimmen.
Auf dem Rückgang
Von den ca. 200 Flechtenarten in Bayern sind 44% in der Roten Liste geführt. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, bereits verschollen oder stark im Rückgang begriffen. Dies ist insbesondere auf Lebensraumverlust, Eutro-phierung, Land- und Forstwirtschaft und den Klimawandel zurückzuführen. Von manchen Arten sind nur noch einzelne Individuen bekannt.
"Nur wer das Detail schätzt,
wird auch die großen
Zusammenhänge erkennen"
Dr. Peter Stimmler, Interdisziplinärer Naturschutz






