Forschung zu 
Vogelschlag an Glas

Seit vielen Jahren gibt es Forschung zum Thema Vogelschlag an Glas. Der Fokus liegt oft auf der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen, der Wahrnehmung von Vögeln und Umwelteinflüssen, die Vogelschlag an Glas fördern.

iDiv - "EcoGlassBird"

Modellierung von Vogelschlag in urbanen Räumen

Das Projekt EcoGlassBird: Economics of avoiding bird collisions with glass structures läuft derzeit Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv) und wird von Dr. Marten Winters geleitet. Das Projekt hat zwei Forschungsschwerpunkte. Zum einen soll das Ausmaß von Vogelschlag an Glas auf einer räumlichen Ebene modelliert werden. Hierfür werden Daten des NABU-Vogelschlagmelders Leipzig und des iNaturalist-Projektes Vogelschlag an Glas in Regensburg herangezogen, um das Risiko für Vogelschlag an Glas in urbanen Gebieten räumlich aufzulösen und Risikofaktoren ermitteln zu können. Vogelschlag geschieht vor allem in der Nähe naturnaher Umgebung wie Parks oder Gewässern, sowie an sonnenexponierten Südfassaden und während dem Herbstzug an Ostfassaden von Gebäuden. Die Daten aus Regensburg wurden im Rahmen des LBV-Projekts während des systematischen Monitorings an der OTH Regensburg, Uni Regensburg und MZ Regensburg erhoben. In meiner Position als Projektmanager war ich maßgeblich bei der Einordnung der Risikofaktoren für Vogelschlag in Regensburg eingebunden. 
Der zweite Teil des Projektes versucht das ökonomische Ausmaß des Vogelschlags an Glas zu quantifizieren. Zum einen stellen Vögel in Ihrer Funktion viele essenzielle Ökosystemdienstleistungen wie Schädlingsbekämpfung, Bestäubung und die Verbreitung von Samen. Der Verlust an Artenvielfalt und Biomasse bei Vögeln hat somit direkte ökonomische Folgen und ist mit hohen Kosten für die Gesellschaft verbunden. Das Projekt forscht an der Bereitschaft der Gesellschaft in den Vogelschutz zu investieren und sucht nach Lösungen die Kosten für Schutzmaßnahmen gegen Vogelschlag an Glas zu senken. Ansatz hierfür ist insbesondere die Steigerung der Produktion um die bisherigen Produktionskosten zu senken und die Attraktivität der Maßnahmen zu steigern. Dies würde unter anderem durch die verpflichtende Umsetzung von Schutzmaßnahmen im Neubau erreicht werden. 
Die wissenschaftlichne Publikationen zu der Forschung stehen noch aus, doch bereits jetzt gibt es im Netz eine Reihe lesens- und sehenswerter Beiträge zu dem Projekt: 

Uni Dresden - "Der Preis des Glases - 
Vogelschlag an Glasfassaden"

Wanderausstellung zu Vogelschlag an Glas

Die Technische Universität Dresden hat im Zeitraum von 2021-2023 insgesamt sechs Bachelorarbeiten zum Thema Vogelschlag an Glas durchgefüht. Um das Ausmaß des Vogelschlags zu ermitteln, wurden am Campus Tharandt die das Hauptgebäude, der Cottabau, der Roßmäßlerbau, dem Forstgartenbegäude und der Judeichbau auf Vogelschlag hin untersucht. Hierfür wurden systematische Monitoring durchgeführt und die Gebäudeabschnitte mit dem höchsten Vogelschlagrisiko ermittelt. Parallel hierzu wurde eine umfangreiche Literaturrecherche zum Thema Vogelschlag an Glas durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden gezielt die risikoreichsten Fassaden mit hochwirksamer Musterfolie entschärft und im Anschluss das Monitoring fortgeführt. Hierbei wurden deutlich weniger Kollisionsspuren dokumentiert als zum Zeitpunkt vor der Nachrüstung der Vogelschutzfolien. Die Wirksamkeit der Maßnahme konnte so wissenschaftlich in einem Feldversuch bestätigt werden. 
Die Daten und Erkenntnisse dienten der Erstellung der Wanderausstellung "Der Preis des Glases". Die Ausstellung zeigt anhand von präparierten Kollisionsopfern die Ursachen von Vogelschlag an Glasscheiben auf. Hierfür werden Reflexion und Durchsicht als Eigenschaften des Glases, der Einfluss naturnaher Umgebung und die Sinneswahrnehmung von Vögeln erklärt. Weiterhin wird an Mustern von Schutzprodukten die Anforderungen an wirksame Markierungen aufgezeigt und ein Eindruck der finalen Maßnahmen am Gebäude vermittelt. Die Ausstellung wurde das erste mal im Januar 2023 im Judichbau der Technischen Universität Dresden gezeigt. Im Anschluss ging die Ausstellung auf Wanderschaft und wurde unter anderem in Technischen Rathaus Chemnitz, dem Senckenbergmuseum für Naturkunde Görlitz und der Umweltbehörde Hamburg gezeigt. Die Ausstellung entstand in Zusammenbarbeit mit der Institute für Botanik und Zoologie der Technischen Universität Dresden, der ornithologischen Abteilung der Senckenbenrg Naturhistorischen Sammlungen Dresden, der Wiener Umweltanwaltschaft und dem NABU Dresden e.V.. 
 

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